Das Rauschen des Moments
Soziale Strukturen entstehen nicht in Köpfen, schreibt Bruno Latour, sondern in den Relationen zwischen Körpern, Dingen und Räumen. Das Rauschen des Moments fragt, wie sich das nicht zitieren, sondern körperlich erfahren lässt.
Im unaufhörlichen Fluss des städtischen Lebens entstehen und vergehen Verbindungen, kaum wahrnehmbar und doch tiefgreifend. Zu sehen ist ein Geflecht aus weißen Punkten und Linien, das sich verändert, wenn man sich durch den Raum bewegt. Jede Geste setzt eine Spur, jede Verlagerung des Körpers verschiebt das Muster. Was bleibt, wenn man stillsteht, ist das gleichmäßige Rauschen darunter – ein Grundzustand, der den Raum auch dann hält, wenn niemand in Bewegung ist.
Man befindet sich nicht länger außerhalb, sondern im Inneren der Struktur, als Akteur eines Netzwerks, das sich nur zeigt, weil man da ist.
Loop, 10 Sekunden
Soundscape: Andreas Berens