Vor dem Bild
Generierte Bilder haben keinen Ursprungsort, keine Kamera, die gesehen hat, keinen Moment, der konserviert wurde. Was sie zeigen, ist eine Wahrscheinlichkeit: eine Anmutung, aus Milliarden Fragmenten zusammengesetzt, die so aussieht, als wäre sie gesehen worden.
In Vor dem Bild geht es nicht um das fertige Motiv, sondern um das Rauschen, aus dem es hervorgehen könnte. Die Bilder entstanden unter konstanten Bedingungen, ohne inhaltliche Vorgabe. Was zurückbleibt, sind Strukturen, die bereits organisiert wirken, ohne sich zu einem Motiv zu schließen. Dennoch meint man etwas zu erkennen, ohne benennen zu können, was es ist. Pareidolie wird hier nicht zum Nebeneffekt, sondern zum eigentlichen Erfahrungsraum der Arbeit. Das Sehen tastet, ohne zu greifen; was man zu finden glaubt, bringt man selbst mit.
Großformatig gedruckt und gerahmt an der Wand, gewinnen diese Bilder eine merkwürdige Materialität; sie werden behandelt wie Fotografien, sind aber keine. Wo das Foto sagt „Das war so“, antwortet die Serie mit einem Vorher, das sich dem eindeutigen Benennen entzieht und dennoch präsent bleibt.
FineArt-Print, 70x90cm, Alurahmen, 2022 – 2026